Como, 15. Oktober 2005 (sts). Es war seine letzte Dienstfahrt: Bei der "Tour der fallenden Blätter" hat sich der Beckumer T-Mobile-Profi Rolf Alddag aus dem internationalen Profi-Radsport verabschiedet. Große Melancholie kommt aber trotzdem nicht auf: "Ich bin kaputt, aber ich habe es überlebt", kommentierte der 37-Jährige am Nachmittag im Ziel der Lombardei-Rundfahrt seinen letzten Auftritt für sein Team. Angefangen vom Dortmunder Sechs-Tage-Rennen wird Aldag nun nur noch in der Halle zu sehen sein, bis er am 29. April in Ahlen sein Abschiedsrennen gibt. Mit der Startnummer 241 war Aldag am Samstag auf der herbstliche Runde am Comer See gegangen. Bei Sonnenschein, aber kühlen Temperaturen war es letztlich ein Saisonschluss wie jeder andere. "So richtig merke ich wohl erst, dass Schluss ist, wenn die anderen im Frühjahr wieder zu den ersten Klassikern losziehen", so Aldag.
Bis dahin wartet noch ein Abschied auf Raten auf den Profi, der insbesondere als Helfer zu den besten der Welt gehört, aber auch auf eigene Rechnung Erfolge feiern konnte. Etappensieger bei der Deutschland-Tour war Aldag genauso wie bei der Tour de Suisse, in der Gesamtwertung wurde Aldag Dritter der Deutschland-Tour und gewann die Bayern-Rundfahrt, bei der Tour de France fuhr er für einen Tag sogar im Trikot des besten Bergfahrers. Einzig ein Etappensieg bei der Tour de France, obwohl mehrfach nah dran, konnte Aldag nie holen.
Dafür hatte er maßgeblichen Anteil an den Etappensiegen und Klassiker-Erfolgen seines Freundes und Zimmernachbarn Erik Zabel. Im Team Telekom und bei T-Mobile galt das Duo fast als Ehepaar, dem nicht zuletzt der Dokumentarfilm "Höllentour" von Oscar-Preisträger Pepe Danquart ein Denkmal gesetzt hat. Während Aldag seine Karriere beendet, hat Zabel für drei Jahre beim neuen Team Milram unterschrieben. So dürfte das Dortmunder Sechs-Tage-Rennen auch zu einer Ehrenrunde für das Duo werden, wenn Zabel und Aldag vom 27. Oktober bis zum 1. November letztmalig gemeinsam antreten. "Es ist schließlich die letzte Chance, noch einmal mit Rolf in einem Team zu fahren", so Zabel.
Auch außersportlich hat Aldag aber schon neue Pläne. Neben seiner weiteren Tätigkeit für T-Mobile und als Radsport-Kommentator für das ZDF steht spätestens im nächsten Jahr endlich auch die Familie im Mittelpunkt. "Meine Frau und ich erwarten im Januar ein Baby", verriet Aldag zu seinem Abschied. Stefan Schwenke
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